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Der Mann der Kiwifrau

Es ist Markttag. Und wie immer zur Mittagszeit bringe ich für meine Frau eine neue Ladung Kiwis zum Verkauf an ihren alt eingesessenen Standplatz zwischen zwei Obsthändlern.
Schon vom Parkplatz aus höre ich ihre laute Stimme über den Platz dröhnen.
„Kiwis. Schöne saftige Kiwis. In allen Reifungsstadien. Kommen sie. Kaufen sie. Eine, gibst immer umsonst bei mir.“
Während ich mich durch die Masse von Menschen schlängelte, überlegte ich gedankenversunken, wie oft sie diesen Text wohl schon in ihren 62 Lebensjahren laut gerufen hat. Man hätte dies Mal mitzählen sollen, um damit einen Rekord aufzustellen.
„Heins. Hier. Hallo“, rief sie mir wild winkend schon von Weitem zu.
Als wenn man diesen mittlerweile knallrot angelaufenen Wirbelwind mit ihren grauen Locken und den grünen Klamotten und der viel zu engen Kittelschürze die mit Kiwis bedruckt war. Jemals übersehen könnte. Wie oft habe ich schon zu ihr gesagt: „Schmeiß doch endlich den ollen Kittel weg.“
Doch jedes Mal zeterte sie nur gegen an, dass dieser ein Geschenk von ihren 22 Enkelkinder ist. Denn kann man nicht so einfach wegschmeißen.
„Heins wo warst du den nur so lange? Ich hab nur noch fünf Kisten Kiwis.“
Ja, mit dem Text könnte man es bestimmt schaffen einen weiteren Rekordversuch aufstellen.
Ich fing an meine Sackkarre voll mit Kiwikisten abzuladen „Rosaline, Schätzchen. Bei diesem Menschenandrang kann ich leider nicht schwer beladen hin und her laufen.“
Daraufhin warf sie mir nur einen kurzen Blick von der Seite zu. Für mehr hatte sie keine Zeit, weil sie schon wieder mitten in einem Verkaufsgespräch war. Ich wusste auch so das dieser Blick heißen sollte: „Ach, stell dich mal nicht so an. Die paar Kisten.“
Also machte ich mich wieder auf den Weg. Überlies meine Frau ihren Kunden und schlängelte mich mit ihrem dröhnenden Text im Kopf zurück zum Parkplatz um noch mehr Kiwis zu holen.

Trachten des Lebens

Sacht weht der Wind.
Durch die Äste der Zeit.
Wohin geflogen,
die Trachten des Lebens?
Schnell, wie Jahreszeiten
wechseln. Dreht man sich,
hundertfach. Im Strudel,
der Zeit.
Wechselhaft, wie Tag und Nacht.
Der Lebensweg geebnet.
Stunden der Erlebnisse.
Zerfließen in Sekunden,
als Erinnerung daran.
Ein kurzer Augenblick es ist.
Wenn ein Monat ist, vergangen.
Raffe zusammen.
Die Trachten des Lebens.
Zeig, wer du gewesen bist.
Sacht weht der Wind.
Zeig, wer du sein wirst.
Durch die Äste der Zeit.
Ewiglich für dich.

Bevor sich der Zauber legt

Bevor sich der Zauber
in der Morgendämmerung verfängt.
Bevor die Lust
im Sonnenaufgang vergeht.
Solang meine Haut,
deine Berührungen
noch sachte spürt.
Solange lass mich
noch einmal spüren.
Wie die Nacht
Unsere Herzen
im Einklang ließ
und unsere Köper,
eins werden ließ.
Bevor die Schwerkraft
des Tages Einzug hält.
Der Zauber im Sonnenlicht
sich verflüchtigen geht.
Um unsere Liebe
zu bewahren.
In den Stunden
in denen wir
getrennte Wege gehen.

Hast du…kennst du…

Hast du schon mal.
In den Spiegel geschaut
und all dein Fragen
beantwortet bekommen?

Hast du schon mal.
So sein dürfen,
wie du bist
und es wurde
noch mehr verlangt?

Hattest du schon mal.
Dieses Phänomen,
alles ist gleich.
Alles auf deiner
Wellenlänge?

Kennst du diesen Drang.
Nach den Sternen
greifen, zu wollen.
Und dir wird
Dabei geholfen.

Kennst du dieses.
Dieses vertraute,
als wenn es schon
immer so gewesen währe.
Obwohl man sich erst
seit Stunden kennt?

Ja? Nein? So halb.
Wie dem auch sei.
Das ist ein Wahnsinns Gefühl,
des glücklich Seins.

Als wenn man endlich,
dort angekommen ist.
Wo man schon immer,
hätte sein sollen.

Umsonst ist Hoffnung.
Wie Tonscheiben,
hoch in die Luft geworfen
und erschossen.
Immer und immer wieder.
Vergebens.
Auch wenn keiner trifft.
So zerschellt sie dennoch.
Beim Aufprall am Boden.

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